Gehirn
Ein echtes Gehirn aus MRT-Aufnahmen, in 3D. Dreh es, zoom rein, tipp eine Region an und schau, wie sie heißt. Schalte eine Hälfte aus, um reinzuschauen: Da liegen Hippocampus, Thalamus und Basalganglien.
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Ziehen zum Drehen, scrollen oder mit zwei Fingern zoomen, antippen zum Auswählen. Glas macht die Rinde durchsichtig, Schnitt schneidet das Gehirn auf (Tiefe verschiebt die Ebene), Ebenen blendet Teile ein und aus. Reset holt alles zurück.
Was steckt dahinter?
Das Modell ist ein echtes menschliches Gehirn, gemessen im MRT und ausgewertet mit FreeSurfer, einem Standardwerkzeug der Hirnforschung. FreeSurfer findet die Oberfläche der Hirnrinde und teilt sie mit dem Desikan-Killiany-Atlas in Regionen ein: 34 pro Hirnhälfte, abgegrenzt entlang der Windungen und Furchen. Die tiefen Strukturen wie Thalamus, Hippocampus oder Putamen kommen aus der automatischen Segmentierung von FreeSurfer.
Die Original-Oberflächen haben über 500.000 Eckpunkte. Fürs Web sind sie auf etwa 60.000 vereinfacht und eng gepackt, so ist das ganze Gehirn nur etwa 600 KB groß. Gezeichnet wird mit purem WebGL, ohne 3D-Bibliothek.
Gut zu wissen
- Das hier ist eine vereinfachte Lernhilfe, kein medizinisches Werkzeug. Ohne Gewähr, keine medizinische Beratung.
- Das Modell zeigt nur ein einzelnes Gehirn, nicht den Durchschnitt. Jedes Gehirn ist etwas anders gefaltet, und auch die Grenzen der Regionen liegen bei jedem Menschen ein bisschen anders.
- Wie die Rinde in Regionen aufgeteilt wird, hat die Forschung festgelegt. Die Grenzen sind nicht von Natur aus vorgegeben. Andere Atlanten (zum Beispiel Destrieux oder die Brodmann-Areale) teilen sie anders und feiner ein.
- Das Modell besteht nur aus Oberflächen: bei der Rinde die Außenseite, bei den tiefen Strukturen ihre Hülle. Deshalb sieht man im Schnitt hohle Schalen statt grauer und weißer Substanz wie in einem echten Hirnschnitt oder MRT-Bild.
- Hirnhäute (Dura, Arachnoidea, Pia) und Schädel fehlen, weil die MRT-Auswertung nur das Hirngewebe liefert. Dazuerfinden wollten wir sie nicht.
- Netzwerke und Brodmann-Areale stammen vom FreeSurfer-Durchschnittsgehirn fsaverage und sind auf dieses Gehirn übertragen: Beide werden Region für Region übereinandergelegt, und jede Stelle bekommt das Label des nächsten Punkts in derselben Desikan-Killiany-Region. Sie landen also auf der richtigen Windung, die Grenzen innerhalb einer Region sind aber nur ungefähr. Das limbische Netzwerk ist schon im Original am unsichersten, weil das fMRT-Signal dort schwach ist.
- Durch die Vereinfachung sind die Grenzen der Regionen etwas gröber als im Original. Die graue „Mittelwand“ ist der Teil der Innenseite, den der Atlas keiner Region zuteilt.
Quellen und Lizenzen
- 3D-Modell: Brain for Blender © Anderson M. Winkler, CC BY-SA 3.0 · Lizenz. Für diese Seite vereinfacht und neu kodiert; das veränderte Modell (brain.json) steht unter derselben Lizenz.
- Atlas: Desikan, R. S. et al. (2006). An automated labeling system for subdividing the human cerebral cortex on MRI scans into gyral based regions of interest. NeuroImage, 31(3), 968–980.
- Netzwerke: Yeo, B. T. T. et al. (2011). The organization of the human cerebral cortex estimated by intrinsic functional connectivity. Journal of Neurophysiology, 106(3), 1125–1165.
- Brodmann-Areale: Van Essen, D. C. (2005). A Population-Average, Landmark- and Surface-based (PALS) atlas of human cerebral cortex. NeuroImage, 28(3), 635–662. Brodmann, K. (1909). Vergleichende Lokalisationslehre der Großhirnrinde. Barth.
- Texte: in eigenen Worten geschrieben, auf Basis der deutschen und englischen Wikipedia-Artikel, die bei jeder Region verlinkt sind (Stand September 2026).
- Software: Fischl, B. (2012). FreeSurfer. NeuroImage, 62(2), 774–781.
- Decoder: meshoptimizer © Arseny Kapoulkine, MIT · LICENSE